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Gamescom: Barbie Horse Ride and Rescue angespielt

Pferde fängt man hier mit Geduld

Auf der gamescom durften wir Barbie Horse Ride and Rescue selbst in die Hand nehmen – und zwar in der Version, die auch tatsächlich als erstes erscheint: der mobilen. Was uns dabei am schnellsten aufgefallen ist, hat nichts mit Barbie, Pink oder Marke zu tun, sondern mit einer Designentscheidung, die wir so nicht erwartet hätten. Man fängt hier keine Pferde. Man freundet sich mit ihnen an.

Ein Pferd gewinnt man nicht, man verdient es sich

Wer ein neues Pferd möchte, sucht es nicht per Minispiel oder Fangmechanik ein. Man reitet neben dem Tier her – und bleibt dort. Nach einer Weile fasst das Pferd Vertrauen und schließt sich einem an. Kein Timing, kein Balken, kein Geschicklichkeitstest, sondern schlicht: Zeit miteinander verbringen.

Im Anspielen fühlte sich das erstaunlich stimmig an. Statt ein Tier zu überwältigen, begleitet man es, passt sich seinem Tempo an und wartet ab. Das ist entschleunigt in einem Genre, das sonst gern Fortschrittsbalken vor jede Interaktion schiebt, und es passt zur Zielgruppe, ohne kindisch zu wirken. Ob dieser Ansatz über viele Stunden trägt oder irgendwann zur Routine wird, konnten wir in der kurzen Session naturgemäß nicht beurteilen.

Neue Pferde für sich Gewinnen (Quelle: Press Kit)

Die Karte hilft – aber sie nimmt einem nichts ab

Damit man nicht ziellos durch die Welt streift, lässt sich auf der Karte anzeigen, wo sich welches Pferd aufhält. Das ist eine echte Orientierungshilfe, gerade wenn man ein bestimmtes Tier sucht.

Der entscheidende Punkt: Die Karte zeigt nur den Bereich, nicht die exakte Position. Finden muss man das Pferd selbst. Das Spiel gibt also eine Richtung vor und überlässt einem den Rest – ein guter Mittelweg zwischen Marker-Abarbeiten und planlosem Suchen. In unserer Anspielzeit hat genau diese Kombination dafür gesorgt, dass sich das Erkunden nicht wie eine Checkliste angefühlt hat.

Eigener Charakter, eigenes Pferd

Man spielt einen selbst erstellten Charakter und gestaltet auch das eigene Pferd. Beides bildet die Grundlage für die Abenteuer, die man anschließend gemeinsam erlebt. Der Fokus liegt spürbar auf dieser Zweierbeziehung: Der Charakter ist nicht nur Avatar, das Pferd nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern beide sind der Kern des Spiels.

Pferd und Reiter Stylen (Quelle: Press Kit)

Kostenlos, aber fair

Auf dem Smartphone ist Barbie Horse Ride and Rescue Free-to-Play. Finanziert wird es über einen Ingame-Shop, der ausdrücklich kosmetische Inhalte anbietet. Spielerische Vorteile im Sinne von Pay-to-Win soll es laut den Entwicklern nicht geben.

Das ist eine Zusage, die man erst im Live-Betrieb wirklich überprüfen kann – hier hilft eine Messe-Session nicht weiter. Positiv ist aber, dass die Ansage klar formuliert wurde, statt sich hinter vagen Begriffen zu verstecken. Gerade bei einem Titel mit dieser Zielgruppe ist das der richtige Anspruch, und wir werden ihn zum Release entsprechend prüfen.

Ein Haken beim Plattformwechsel

Der problematischste Punkt ist zugleich der klarste. Die Versionen für PC und Switch 2 erscheinen erst 2027 – und der Mobil-Account lässt sich nicht übertragen.

Wer also jetzt einsteigt, Pferde sammelt, seinen Charakter aufbaut und womöglich Geld im Shop lässt, fängt auf den anderen Plattformen bei null an. Das ist eine Entscheidung, die man vor dem Einstieg kennen sollte. Für Spieler, die ohnehin auf dem Handy bleiben, ist es folgenlos. Für alle, die auf die Switch-2-Fassung schielen, ist es ein Argument, sich das mobile Investment gut zu überlegen.

Fazit

Barbie Horse Ride and Rescue hat uns auf der gamescom mit einer Grundhaltung überrascht, die man selten sieht: Das Spiel hat es nicht eilig. Pferde gewinnt man durch Begleiten, Orte findet man selbst, und der Shop verkauft Aussehen statt Vorsprung. Das ergibt ein rundes, freundliches Konzept, das seiner Zielgruppe ernsthaft entgegenkommt, ohne sie zu unterfordern.

Zwei Fragen bleiben offen. Erstens, ob die entschleunigte Pferdesuche auch nach zwanzig Stunden noch trägt oder ob ihr die Abwechslung ausgeht. Zweitens, ob die Pay-to-Win-Zusage im Livebetrieb hält. Der fehlende Account-Transfer zu PC und Switch 2 bleibt derweil ein handfester Wermutstropfen – und der einzige Punkt, bei dem wir nach der Anspielsession wirklich den Kopf geschüttelt haben.

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