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Soulbound: Online – Starkes MMO-Konzept mit einer Vergangenheit

Mit Soulbound: Online versucht Entwickler SpiderWare einen Neustart. Das Pixel-Art-MMO kombiniert Roguelite-Gameplay, Bullet-Heaven-Kämpfe und klassische MMO-Elemente zu einem ungewöhnlichen Genre-Mix.

Auf den ersten Blick wirkt das Konzept frisch und vielversprechend – doch ein Blick in die Vergangenheit des Projekts zeigt, warum viele Spieler dem Titel mit Vorsicht begegnen.

Aktuell befindet sich Soulbound: Online im Steam Early Access und kostet 13,16 Euro statt 15,49 Euro im Einführungsangebot. Damit verabschiedet sich das Spiel auch von seinem früheren Free-to-Play-Ansatz und setzt nun auf ein klassisches Kaufmodell.

Vom NFT-Projekt zum Steam-Spiel

Was viele neue Spieler nicht wissen: Soulbound: Online ist keine komplett neue Marke. Das Spiel entstand aus dem Projekt Worldwide Webb, einem Browser-MMORPG, das in den vergangenen Jahren stark auf Web3- und NFT-Technologie setzte. Spieler konnten NFTs wie Charaktere, Wohnungen oder andere digitale Gegenstände erwerben, während das Projekt zusätzlich Investorenkapital einsammelte. Später entschied sich das Studio jedoch für einen vollständigen Neustart und entfernte sämtliche Blockchain- und NFT-Funktionen. Laut Entwickler wurde das Spiel dafür technisch und spielerisch von Grund auf überarbeitet.

Dass NFTs inzwischen vollständig entfernt wurden, ist grundsätzlich eine positive Entwicklung. Dennoch bleibt die Vorgeschichte ein massiver Kritikpunkt.

Der Grund dafür ist weniger die Blockchain-Technologie selbst, sondern das verlorene Vertrauen eines Teils der Community. Während der Worldwide-Webb-Zeit gab es zahlreiche Richtungswechsel, lange Entwicklungsphasen und kontroverse Diskussionen über Kommunikation und den Umgang mit Kritik. Diese Vorwürfe stammen überwiegend aus der Community und wurden in Foren wie Reddit sowie teilweise sogar in Steambewertungen ausführlich diskutiert.

Warum kostet Soulbound jetzt Geld?

Während das ursprüngliche Projekt stark auf NFTs und digitale Vermögenswerte setzte, verfolgt Soulbound: Online nun ein deutlich klassischeres Geschäftsmodell. Einmaliger kauf des Spiels.

Ein Online-MMORPG verursacht dauerhaft Kosten: allen voran für Serverbetrieb, Wartung und Weiterentwicklung. Diese laufenden Ausgaben lassen sich auf Dauer kaum allein durch den einmaligen Verkauf des Spiels finanzieren.

Ob das aktuelle Modell langfristig Bestand haben wird, bleibt daher abzuwarten. Die Entwickler betonen, dass sie die zukünftige Monetarisierung gemeinsam mit der Community gestalten und entsprechende Entscheidungen erst zu einem späteren Zeitpunkt treffen wollen.

Das macht Soulbound richtig

  • Die Kombination aus MMO, Roguelite und Bullet-Heaven funktioniert überraschend gut. Statt klassischer Grind-Schleifen bieten die Dungeons abwechslungsreiche Runs mit zufälligen Verbesserungen und Builds.
  • Die Grafik erinnert an moderne Indie-Klassiker und überzeugt durch liebevoll gestaltete Animationen und eine stimmige Welt.
  • Bis zu drei Spieler können gemeinsam Dungeons absolvieren. Das sorgt für viel Dynamik und motiviert zum Experimentieren mit unterschiedlichen Rollen.
  • Crafting, Sammeln, Handel und eine persistente Spielwelt verleihen Soulbound MMO-Feeling, ohne ausschließlich auf Kämpfe zu setzen.

Das gefällt aktuell weniger

  • Den Early Access Status merkt man deutlich
  • Viele Inhalte fehlen noch. Das Endgame befindet sich erst im Aufbau und auch der Umfang soll laut Entwicklern in den kommenden Monaten deutlich wachsen.
  • Zum Start erreicht Soulbound lediglich „Ausgeglichen“. Während viele Spieler das Gameplay loben, kritisieren andere Bugs, fehlende Inhalte oder eben die Vergangenheit des Projekts.

Soulbound: Online ist ein gutes Beispiel dafür, dass man Spiel und Entwicklergeschichte getrennt betrachten sollte. Rein spielerisch besitzt der Titel durchaus Potenzial. Der Mix aus MMO, Roguelite und Bullet-Heaven hebt ihn von vielen Genrevertretern ab und macht bereits im Early Access Spaß.

Gleichzeitig bleibt die Vergangenheit als ehemaliges NFT-Projekt ein berechtigter Diskussionspunkt. Wer bereits Geld oder Zeit in Worldwide Webb investiert hatte und enttäuscht wurde, dürfte verständlicherweise skeptisch bleiben. Neue Spieler hingegen sollten sich bewusst sein, dass hinter Soulbound eine kontroverse Geschichte steckt – gleichzeitig aber auch beurteilen, was heute tatsächlich auf Steam angeboten wird.

Unsere Einschätzung: Wer Spaß an Koop-MMOs, Roguelites und Pixel-Art hat, kann Soulbound durchaus im Auge behalten. Wer allerdings vollständige Inhalte oder maximale Planungssicherheit erwartet, sollte den weiteren Verlauf des Early Access zunächst beobachten.

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