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Hubert angespielt

als Schäferhund zwischen Schafen, Humor und Entschleunigung

Auf der Gamescom hatte ich die Gelegenheit, Hubert selbst anzuspielen. Und bereits nach kurzer Zeit wird deutlich: Hier erwartet uns kein weiteres Spiel nach bekanntem Muster. Statt immer größerer Welten, immer schnellerer Kämpfe und endloser Aufgabenlisten setzt Hubert auf eine ungewöhnliche Idee – wir schlüpfen in die Rolle eines Schäferhundes und kümmern uns um unsere Herde.

Was zunächst nach einer kleinen kuriosen Spielerei klingt, entwickelt bereits nach wenigen Minuten seinen ganz eigenen Charme. Gerade weil sich das Konzept so deutlich von den üblichen Veröffentlichungen unterscheidet, gehört Hubert für mich zu den interessanteren kleinen Überraschungen der Messe.

Quelle: Press Kit

Endlich einmal eine wirklich andere Idee

Die vielleicht größte Stärke von Hubert ist bereits seine grundlegende Spielidee. Wir übernehmen nicht die Rolle des Schäfers, sondern tatsächlich die seines vierbeinigen Helfers. Als Schäferhund bewegen wir uns durch die Umgebung und versuchen, Schafe zusammenzuhalten und in die gewünschte Richtung zu treiben.

Das klingt simpel – und genau darin liegt ein Teil des Reizes.

Statt komplexer Skilltrees, riesiger Inventare oder dutzender gleichzeitig eingeblendeter Aufgaben konzentriert sich Hubert auf eine überschaubare Tätigkeit und versucht, daraus ein unterhaltsames Spielerlebnis zu entwickeln. Das Hüten der Tiere bildet dabei einen angenehmen Kontrast zu vielen modernen Spielen, die den Spieler praktisch permanent beschäftigen wollen.

Natürlich gab es schon Spiele, in denen Tiere eine zentrale Rolle spielen. Die konsequente Perspektive eines Schäferhundes und das darauf zugeschnittene Hüte-Gameplay fühlen sich aber erstaunlich frisch an. Hubert hat dadurch bereits nach wenigen Minuten eine eigene Identität.

Entschleunigung statt Dauerbeschallung

Besonders positiv ist mir das entschleunigte Gameplay aufgefallen. Hubert möchte offenbar kein Spiel sein, das permanent mit Explosionen, Belohnungen oder neuen Markierungen um die Aufmerksamkeit des Spielers kämpft.

Stattdessen beobachtet man seine Umgebung, behält die Schafe im Blick und versucht, die Herde unter Kontrolle zu bekommen. Gerade diese Ruhe macht einen großen Teil des Charmes aus.

Dabei bedeutet entschleunigt keineswegs langweilig. Schafe sind schließlich nicht unbedingt dafür bekannt, immer genau das zu tun, was man von ihnen erwartet. Die Interaktion zwischen Hund, Herde und Umgebung sorgt deshalb immer wieder für kleine Situationen, in denen aus einer eigentlich simplen Aufgabe plötzlich unerwartetes Chaos entsteht.

Quelle: Press Kit

Der Humor funktioniert

Hubert nimmt seine ungewöhnliche Grundidee nicht übermäßig ernst. Das Spiel besitzt einen angenehm lockeren Humor, der sich gut mit dem Verhalten der Tiere und den teilweise etwas chaotischen Situationen verbindet.

Dabei hatte ich nicht den Eindruck, dass zwanghaft versucht wird, einen Gag nach dem anderen unterzubringen. Vielmehr entsteht ein Teil des Humors direkt aus dem Gameplay. Wenn die Herde nicht so möchte wie der Spieler oder eine eigentlich einfache Situation plötzlich aus dem Ruder läuft, entwickelt Hubert einen ganz natürlichen Witz.

Auf dem Steam Deck bereits angenehm flüssig

Technisch hinterließ die angespielte Version ebenfalls einen erfreulichen Eindruck. Besonders interessant: Ich konnte Hubert auf einem Steam Deck spielen und das Spiel lief darauf flüssig.

Gerade für ein derart entspanntes Spiel könnte Valves Handheld ohnehin eine sehr passende Plattform werden. Hubert wirkt wie ein Titel, den man nicht zwingend mehrere Stunden am Stück vor dem großen Bildschirm spielen muss. Eine kurze Runde auf dem Sofa oder unterwegs passt hervorragend zum Charakter des Spiels.

Natürlich handelt es sich bei einer Gamescom-Demo noch nicht zwangsläufig um die endgültige technische Qualität. Der erste Eindruck auf dem Steam Deck war aber bereits sehr ordentlich.

Eine kleine Überraschung mit viel Charme

Hubert versucht nicht, das nächste gigantische Open-World-Abenteuer zu werden – und genau das macht das Spiel interessant. Stattdessen konzentrieren sich die Entwickler auf eine ungewöhnliche Kernidee, entschleunigtes Gameplay und sympathischen Humor.

Nach meiner Anspielsession blieb vor allem das Gefühl hängen, endlich einmal wieder etwas gespielt zu haben, das nicht einfach nur bekannte Mechaniken in einer anderen Verpackung präsentiert.

Ob das Hüten von Schafen über viele Stunden genügend Abwechslung bieten kann, muss die fertige Version natürlich erst noch zeigen. Das Grundkonzept funktioniert jedoch erstaunlich gut und besitzt einen hohen Wiedererkennungswert.

Da Hubert bereits in absehbarer Zeit erscheinen soll, müssen wir auf die fertige Version glücklicherweise nicht mehr allzu lange warten.

Fazit der Gamescom-Anspielsession

Hubert war eine der ungewöhnlicheren Erfahrungen meiner Gamescom-Anspieltermine. Als Schäferhund eine Herde unter Kontrolle zu halten, klingt zunächst fast zu simpel für ein vollständiges Spiel. In der Praxis entsteht daraus aber ein angenehm ruhiges und humorvolles Spielerlebnis.

Vor allem die frische Grundidee hebt Hubert aus der Masse hervor. Dazu kommen das bewusst entschleunigte Spieltempo, sympathischer Humor und ein bereits erfreulich flüssiger Eindruck auf dem Steam Deck.

Jetzt muss die fertige Version vor allem beweisen, dass aus der charmanten Idee auch langfristig genügend spielerische Abwechslung entsteht. Der erste Eindruck macht jedenfalls Lust auf mehr – und Hubert ist definitiv ein Titel, den Freunde ungewöhnlicher und gemütlicher Spiele im Auge behalten sollten.

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